Nuklearmedizin

Unser Untersuchungsspektrum

In der Nuklearmedizin werden bestimmte radioaktive Substanzen zur Untersuchung von Organen eingesetzt und die Verteilung dieser Stoffe im Körper bildlich dargestellt. 

Die Entwicklung der Nuklearmedizin ist eng verknüpft mit der Entdeckung der Radioaktivität durch Henri Becquerel und die Erforschung von radioaktiven Elementen durch das Ehepaar Curie. 1903 und 1911 erhielten die Forscher für ihre Arbeiten die Nobelpreise für Physik und Chemie. Im Jahre 1923 wies Georg v. Hevesy die Aufnahme von radioaktivem Blei einer Pflanze nach. In den nächsten Jahren folgten erste Studien mit verschiedenen radioaktiven Substanzen am Menschen. Erst in den 50er Jahren wurde eine bildliche Darstellung der Aktivitätsverteilung im Körper durch die Entwicklung einer Szintillationskamera (=Gamma-Kamera) möglich. Diese Kamera kann die nicht sichtbare Strahlungsenergie in sichtbares Licht umwandeln und computergestützt ein Bild errechnen.

Für die Durchführung einer nuklearmedizinischen Untersuchung werden geringe Mengen eines radioaktiven Arzneimittels verabreicht. Es besteht aus einem Radioisotop mit einer kurzen Halbwertszeit und einem zweiten Bestandteil, der die Beschaffenheit und chemischen Eigenschaften des Radiopharmakons bestimmt. Somit kann das Radiopharmakon an verschiedenen Stoffwechselvorgängen des Körpers teilnehmen und sich im zu untersuchenden Organ oder Gewebe anreichern. Auf diese Weise kann die Funktion eines Gewebes untersucht und Erkrankungen oder Funktionsstörungen können zu einem sehr frühen Zeitpunkt festgestellt werden.

Insbesondere bei Doppelkopfkameras gelingt durch den Einsatz von SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) eine überlagerungsfreie Darstellung von Körperregionen, so daß auch sehr kleine Veränderungen im Körper detektiert werden können. Bei diesem Schnittbildverfahren rotiert die Kamera um den Patienten. Auf diese Weise können Bilder errechnet werden, die eine gute Vergleichbarkeit mit anderen Schnittbildverfahren (z.B. CT, MRT) ermöglichen und somit die Diagnostik erleichtern.

Die wichtigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen sind die Schilddrüsenszintigraphie, die Skelett- bzw. Knochenszintigraphie, die Lungenszintigraphie und die Herzszintigraphie.

Da es sich bei diesen Verfahren um Funktionsuntersuchungen handelt, ist die Ortsauflösung im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren (z.B. Sonographie, Röntgen) eingeschränkt und sollte in manchen Fällen durch diese ergänzt werden. Die Vorteile der Nuklearmedizin liegen in der hohen Empfindlichkeit der Untersuchung, so dass Veränderungen an Organen häufig früher nachweisbar sind als mit anderen Methoden. Die Untersuchungen sind für den Patienten wenig belastend, da die Stoffe in so geringen Mengen zugeführt werden, dass allergische Reaktionen (z.B Kontrastmittelallergien) praktisch nicht vorkommen. Die zugeführte Substanz wird schnell wieder vom Körper ausgeschieden.

Insgesamt ist die Nuklearmedizin hervorragend geeignet, auf einfache Weise einen Überblick über komplexe Stoffwechselfunktionen oder Organe zu bekommen.

PET (Positronenemissionstomographie) ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das Schnittbilder des Menschen erzeugt, indem es die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus mittels spezieller Detektoren sichtbar macht und damit biochemische und physiologische Funktionen abbildet (funktionelle Bildgebung). Diese Bildgebung wird mit einer ebenfalls während der Untersuchung erfolgenden Computertomographie zur genauen Lokalisation verbunden.

Im Wesentlichen wird das Verfahren in der Tumordiagnostik eingesetzt.
Indikationen können die folgenden sein:

 

  • Charakterisierung von pulmonalen Rundherden, wenn mit klinischen Untersuchungsmethoden keine histologische Sicherung gelingt.
  • Bestimmung des Tumorstadiums bei gesicherten kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen in Hinblick auf regionale Lymphknotenmetastasen und einer eventuellen Fernmetastasierung
  • Verdacht auf ein Lokalrezidiv eines Bronchial-Karzinoms
  • Primärtumorsuche bei unbekanntem Primärtumor und nachgewiesener Metastase
  • u.v.a.m.

http://www.radiologie-kaiserslautern.de/seiten/nuklearmedizin.html
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:RectalCancerStagingInPETCT%2Barro...